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  • AutorenbildMina Bauer

Spanien - Teneriffa

Aktualisiert: 3. Feb. 2023


Teneriffa - Die Insel des ewigen Frühlings. Gerade im Winter zieht es viele Deutsche in südlichere Breiten, ein beliebtes Reiseziel ist zur Zeit auch Teneriffa. Teneriffa gehört geographisch eher zu Afrika, politisch aber zu Spanien. Von afrikanischer Hit ze kann hier jedoch keine Rede sein. Nicht umsonst

wird Teneriffa auch als Insel des ewigen Frühlings bezeichnet, das ganze Jahr um sind es hier 20-25 Grad, auf der Südinsel auch mal heißer. Es gibt, denke ich, einen großen Unterschied zwischen der Nord- und der Südseite der Insel. Die Südseite ist mit ihren Sandstränden und Hotels eher auf den typischen Touristen ausgelegt. Man kann dort viel unternehmen, darum ist die Südseite auch das Ziel vieler Touristen. Gerade hier auf der Nordseite sind

jedoch ziemlich viele Deutsche anzutreffen.


Die Nordseite Teneriffas habe ich als ruhiger empfunden. Wenn es hier einen Sandstrand gibt, dann ist der Sand meistens schwarz, es ist nämlich vulkanischer Sand, und oft sind die Strände hier Steinstrände. Teneriffa vermarktet sich zur Zeit auch als Ort, wo Leute Homeoffice betreiben können und hat so eine Alternative zu der typischen Touristennbranche. Eine große Attraktion für Touristen ist der Karneval. Teneriffa hat den zweitgrößten Karneval der Welt, der in 2023 im Januar und Februar in der Hauptstadt Santa Cruz stattfinden wird. Das ist dann eine sehr große Veranstaltung mit großen Umzügen.

Das absolut kanarische Essen sind die papas negras (=die schwarzen Kartoffeln),das sind kleine, schwarze und etwas runzelige Kartoffeln,

die, obwohl es vielleicht nicht so klingt, sehr köstlich sind. Sie werden so zubereitet, dass sie eine Salzkruste kriegen und man isst sie dann (samt Schale) mit mojo verde oder mojo rojo, das ist eine grüne Paste mit Petersilie. Das ganze sollte man dann natürlich mit einem köstlichen Fisch von hier, am besten frisch aus dem Meer, essen.

Ich lebe auf Teneriffa an einem einem Surfstrand. Wenn es gute Wellen gibt, stehen vor meiner Haustür die zum Wohnwagen umfunktionierten Autos und es sind um die fünfzehn Surfer im Meer, während einige andere am Strand stehen und sich wieder andere ihre Klappstühle


aufklappen und die Tische rausholen. Direkt neben der Promenade ist eine Bananenplantage, auf deren äußerer Mauer „Only Local (…) playa“ (=nur einheimisch (…) Strand) gesprayed ist. Denn ein auch unter den Surfern umstrittener Punkt ist der sogenannte Localism.


Localism bedeutet, dass an diesem Strand nur Locals, also einheimische, surfen ‚dürfen‘. Aber dieses Thema, ob dies gerechtfertigt ist oder nicht, ist auch unter Surfern zerstritten. Es ist auch hauptsächlich bei sehr großen Surfspots, wo nicht genug Platz für alle ist und die unerfahrenen Touristen den Profis im Weg sind, ein Thema. An den Stränden auf Teneriffa ist es kein Problem, denn es gibt noch genug Platz für alle.


Die Vegetation auf Teneriffa ist einzigartig! Hier gibt es Pflanzen wie den kanarischen Drachenbaum, der sonst nur selten, wie auf anderen Inseln wie

Madeira, zu finden ist. Er ist ein Wahrzeichen Teneriffas und man kann ihn

beim Fahren über die Insel oft entdecken.


Die Vegetation ist für so eine kleine Insel sehr vielfältig. Auch ist der Teide mit

seinen 3000m Höhe so hoch, dass es alle Vegetationsstufen, die man auf einer Insel anfinden kann, hier gibt. Das ist ziemlich selten, da viele Inseln dafür zu flach sind.

Auch die Wälder sind ziemlich einzigartig. So gibt es hier den Lorbeerwald, den es im Tertiär als Großökosystem (also sehr viel, vor allem in Afrika) gab, heute ist er aber eine Besonderheit. So wirkt es wie eine Zeitreise in das Tertiär, wenn man durch ihn geht. Er ist auch nur auf der Nordseite

anzutreffen, da er Feuchtigkeit benötigt, die er durch die Wolken kriegt, die über dem

Ort, wo er wächst, an dem Berg hängen bleiben. Der Wald, der auf der Südseite Teneriffas anzufinden ist, ist der Kiefernwald. Ihn gibt es


aber auch auf der Nordseite, in diesem wächst die ebenfalls einzigartige kanarische Kiefer. Die kanarische Kiefer ist dreinadelig (anstatt der gewöhnlichen zwei- oder fünfnadeligen), d.h. drei Nadeln sind in einem Büschel (siehe Foto) zusammen. Diese Nadeln sind 30cm lang und haben winzige Widerhaken. Der Kiefernwald wächst auf der Höhe, wo die Wolken am Berg hängen, d.h. er wächst in den Wolken drin. Mit seinen langen Nadeln, die in dichten Büscheln stehen, kämmt er dann die Wolken aus. Das Wasser bleibt an den Widerhaken hängen und fällt auf den Boden. Dies ist ein ganz

wichtiger Wassergewinnungsprozess für Teneriffa. Tatsächlich kommt nämlich das

meiste Grundwasser von den Kiefern. So

versorgt die Kiefer nicht nur die unter ihr


liegenden Pflanzen mit Wasser, da es den Berg herunter läuft, sondern auch die Menschen, die das Grundwasser nutzen. Die kanarische Kiefer ist ein sogenannter Pyrophyt. Das sind Pflanzen, die für regelmäßige Waldbrände angepasst sind. Tatsächlich tut ein Waldbrand dem Ökosystem des kanarischen Kiefernwaldes sogar gut. Durch den Waldbrand werden die heruntergefallenen Nadeln, die sonst nicht verwesen, verbrannt und es entsteht sehr nährstoffreiche Asche. So gelangen diese Nährstoffe zurück in den Boden. Die Kiefern selber sind mit ihrer bis zu 30cm dicken Rinde gegen die Brände geschützt und die Kronen werden von den Flammen meistens nicht erreicht.












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